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Schwerpunkt: Psychologie im Raum: Bildung, Arbeit, Gesundheit, OrientierungKarin Schakib-Ekbatan & Annette Roser (2019),
Wohlbefinden und Raumklima im Vorher-nachher-Vergleich aus Sicht von Schülerschaft und Lehrkräften in sieben sanierten Bildungsgebäuden im Rahmen des Förderprogramms Energieoptimiertes Bauen. Kurzbericht.
Umweltpsychologie 23(1), 98-107.
Dieser Artikel wurde in deutsch verfasst.
Zusammenfassung:Der Sanierungsbedarf von Schulgebäuden stellt energetisch und baulich vor dem Hintergrund adäquater Lern- und Lehrbedingungen ein drängendes Problem dar. Im Rahmen einer sozialwissenschaftlichen Begleitstudie zum bundesweiten Förderprogramm Energieoptimiertes Bauen wurden Schülerschaft und Lehrkräfte in sieben Schulen schriftlich vor (Schülerschaft: N = 2.593; Lehrkräfte: N = 240) und nach der Sanierung (Schülerschaft N = 2.690; Lehrkräfte N = 190) zu ihrem Komforterleben bezüglich Raumklima und Gebäude sowie zum allgemeinen Wohlbefinden befragt. An den Befragungen beteiligten sich 55% weibliche und 45% männliche Personen. Die Befragungen der Schülerschaft bezogen sich auf die Klassenstufen 5 bis 13. Bei der Schülerschaft In den Gebäuden waren neue Technologien, Konzepte und Materialien eingesetzt worden. Vor der schriftlichen Zweitbefragung erfolgten zur Gewinnung erster Eindrücke Gruppendiskussionen mit Vertretern der Schülerschaft und der Lehrkräfte. Es zeigte sich anhand eines t-Tests im Vorher-nachher-Vergleich, dass die Zufriedenheit der Befragten überwiegend bei den energierelevanten Aspekten schlechter ausfiel oder keine deutliche Verbesserung erzielen konnte. Insbesondere die Luftqualität insgesamt und die Raumtemperatur im Sommer wurden bemängelt. Der funktionale Umgang mit den neuen Technologien und die Bewertung der Einflussmöglichkeiten wurden in Gruppendiskussionen vielfach thematisiert. Das Gebäude wurde nach der Sanierung im Schnitt positiver bewertet, allerdings polarisierten die Farbkonzepte. Das Wohlbefinden wurde in den sanierten Gebäuden höher bewertet. Eine Regressionsanalyse wies die Raumklimabewertungen als statistisch signifikante Prädiktoren für das Wohlbefinden aus; die Zufriedenheit mit dem Gebäude erwies sich jedoch als stärkster Einflussfaktor. Die Befragten wünschten sich insgesamt mehr Partizipation beim Sanierungsprozess. Die Erkenntnisse stellen eine wichtige Grundlage für zukunftsorientierte energieeffiziente Konzepte für Bildungsgebäude aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer dar.
Schlagworte:Architektur Evaluation Innenraumgestaltung Schulumwelt Umweltpsychologie
Abstract:School buildings are increasingly in need of refurbishment due to issues of energy and construction as well as adequate learning and teaching conditions. As part of a social science study accompanying the nationwide funding programme Energy-Optimised Construction (German Federal Ministry of Economics and Technology, BMWi), students and teachers in seven schools were asked to fill in questionnaires before and after the refurbishment regarding their perception of indoor climate as well as the building as a whole and their overall well-being. New technologies, concepts and materials were used in the buildings. Prior to the second written survey, group discussions with representatives from the student body and the teaching staff took place to gain first impressions. A before-after comparison of ratings showed that the satisfaction of the interviewees was predominantly worse in the energy-relevant aspects or could not achieve a satisfactory improvement. In particular the air quality as well as the indoor temperature in summer were criticised. The functional handling of the new technologies and the evaluation of user control options were often addressed in group discussions. At the second measurement point the building was assessed more positively, but the colour concepts polarised. The overall well-being was rated higher. The respondents wished for more participation in the refurbishment process. The findings represent an important basis for future-oriented energy-efficient concepts for educational buildings from the user's point of view.
Keywords:Architecture Environmental Psychology Evaluation Interior Design School Environment


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© 2020 Zeitschrift Umweltpsychologie, ISSN 1434-3304
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